In Zeiten immer stärkerer Vernetzung der Internetuser durch Facebook, Google+ und Co. macht die digitale Evolution auch vor dem Fernsehen nicht halt. „Social TV“ ist in vielen Ländern wie zum Beispiel den USA oder Großbritannien schon etabliert, in Deutschland tun sich die TV Sender noch schwer mit wirklich funktionierenden Konzepten und das deutsche Fernsehen hat in diesem Bereich Nachholbedarf. Doch was genau muss man sich überhaupt unter Social TV, Second Screen und anderen aktuellen Buzzwords vorstellen? Was machen TV Sender anderswo besser als das heimische Fernsehen?

Zum Welttag des Fernsehens: Status Quo "Social TV" in Deutschland

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Aktives Teilen, Kommentieren und Bewerten

„Social TV“ definiert sich laut Wikipedia grundsätzlich darin, dass Kommunikation und soziale Interaktionen mit Bezug auf das aktuelle TV Programm stattfindet. Als Hilfsmittel dafür dienen soziale Netzwerke wie Facebook, Google+ oder Twitter. Überall dort, wo Fernsehzuschauer das laufende TV Programm aktiv kommentieren oder bewerten, findet Social TV statt. Das kann zuhause von dem eigenen Fernseher sein oder in einer Gruppe. Besonders starke Ausprägungen dieses Verhaltens gibt es, wenn für TV Sendungen eigene Websites, Foren, Blogs oder Seiten in sozialen Netzwerken gegründet werden, über die während der Sendung diskutiert und kommentiert wird.

Aktive Konsumenten können Einfluss nehmen

Im Gegensatz zu früher, wo man das TV Programm nur konsumieren konnte, ist es durch Social TV immerhin möglich, in Echtzeit Feedback abzugeben. Ob das Sendeformat davon letztendlich auch nachhaltig beeinflusst wird ist eine andere Frage. Fakt ist, dass TV Sender vor allem in den USA immer öfter den Dialog mit den Zuschauern suchen und aktiv dazu auffordern, sich zum Beispiel in laufende Talkshows einzuschalten. Dafür braucht es eine eigene Redaktion, die eingehende Tweets oder Kommentare während der Sendung sichtet und so versucht, den Tenor des Publikums zu bestimmen. So kann der Verlauf einer Live Sendung manchmal zumindest kurzfristig beeinflusst werden.

Zum Welttag des Fernsehens: Status Quo "Social TV" in Deutschland

TV Sender fordern aktiv zur Beteiligung auf

Dass der Bereich Social TV eindeutig im Kommen ist lässt sich nicht wegdiskutieren. Eine Ursache dafür ist die zunehmende Verbreitung mobiler Endgeräte wie Smartphones und Tablets. Weil dieses Geräte immer günstiger werden, steigt die Nutzung. Das Surfen via Tablet auf dem heimischen Sofa ist bequem. Mit den passenden Apps kann man so beim TV Konsum in Echtzeit auf Inhalte in TV Sendungen reagieren und seine Meinung dazu sagen. Anbieter wie Miso oder Couchfunk haben sich auf Social TV spezialisiert.

Diese Apps haben einzig den Sinn anderen mitzuteilen, was man sich aktuell ansieht und wie gut oder schlecht man das findet. Echte soziale Netzwerke wie Twitter oder Facebook sind breiter aufgestellt. Hier suchen Fans von Sendungen gezielt die Fanpage auf und geben dort Kommentare ab, während die Sendung läuft. Ein Beispiel dafür ist die Facebook Page von „The Simpsons“. Hier wird aktiv angekündigt, wann eine neue Episode ausgestrahlt wird. Auf diese Weise steigt die Beteiligung zu dieser Zeit extrem an.

Zartes Pflänzchen Social TV in Deutschland

Auch bei uns gibt es Gehversuche. So hat zum Beispiel das ZDF seine Liebe zu den Google+ Hangouts entdeckt. Bereits vor einigen Monaten gab es einen Testlauf, bei man sich mit dem neuen Format beschäftigte. Mitte September wagte man sich dann erneut auf dieses Terrain, machte einiges richtig, vieles blieb aber verbesserungswürdig. Vor allem die Tatsache, dass man beim ZDF aktiv versuchte, den Hangout zu steuern, kam nicht gut an. Das zeigte sich daran, dass die Diskussion im Hangout nach dem „Ausscheiden“ der ZDF Redaktion nach ca. 35 Minuten deutlich aktiver wurde. Die „Community“ traute sich also mehr, nachdem die „Aufsicht“ den Raum verlassen hatte.

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Schon im Sommer gab es im BR die „rundshow“. Ebenfalls ein Format für Social TV, das aktiv darauf angelegt war und auch konsequent so durchgezogen wurde. Und obwohl diese Sendung von Anfang an als Test angelegt war, konnte man mit den Ergebnissen zufrieden sein. Der sehr späte Sendeplatz und die Tatsache, dass die „rundshow“ nur in einem dritten Programm lief, sorgten aber für eine Minimierung der Reichweite. Hier wäre etwas mehr Mut angebracht gewesen, denn die Tatsache, dass sich kluge Leute zu diversen Themen mit anderen live connecten konnten, war schon an sich sehr sinnvoll. Hinzu kam die Möglichkeit, dass die TV Zuschauer gesehene Inhalte aktiv kommentieren, bewerten und beeinflussen konnten. Im Prinzip war die „rundshow“ also der Anfang dessen, wo Social TV bei uns in ein paar Jahren stehen könnte.

Stefan Raab probierte sich kürzlich ebenfalls an einem neuen Format: „Absolute Mehrheit: Meinung muss sich wieder lohnen“ war eine Talkshow, in der die Zuschauer entscheiden konnten, welcher Gast weitersprechen durfte und wer nicht. Die Show erntete vorab reichlich Kritik aus der Politik, konnte aber durchaus überzeugen – das zwar nicht so sehr mit Inhalten, dafür aber unterhaltungstechnisch. Gleiches gilt für „The Voice of Germany„. Auch hier lassen die Inhalte (es ist eben „nur“ eine Casting Show) gelegentlich zu wünschen übrig, obwohl das Niveau im Vergleich zu „DSDS“ oder „Popstars“ und „X Faktor“ schon relativ weit oben angesiedelt ist. Die Möglichkeit bei „The Voice of Germany“, sich bei ProSieben via „Connect“ auch online die Sendung anzuschauen, ist jedoch eher neu. Und die verschiedenen Varianten, dort zu interagieren, sorgen auf jeden Fall für Beteiligung. „The Voice of Germany“ verbindet auf diese Weise sogar Social TV und Second Screen.

Social Networks helfen TV Produzenten

Aller Anfang ist schwer und das war beim Thema Social TV nicht anders – auch in den USA. Dort herrschen allerdings mit 100 Jahren Erfahrungen im Bereich Film und TV dank Hollywood ganz andere Erfahrungswerte. Die USA nennt man nicht umsonst das „Mutterland des Entertainments“ und so geht man mit dem Thema auch ganz anders um. Das erkennt man unter anderem an Gimmcks wie dem, das Twitter TV Produzenten anbietet: Mit „Twitter on TV: A Producer’s Guide“ bringt man ausführliche Infos und zeigt TV Verantwortlichen, was sie tun müssen, damit sich aus Twitter (und theoretisch auch anderen sozialen Netzwerken) ein Maximum an Publikumsbeteiligung herausholen lässt.

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Ein solcher Guide macht sich immer gut, das Zielland ist grundsätzlich in vielen Fällen austauschbar. Daher ist es immer wieder verwunderlich, warum man zum Beispiel bei „Schlag den Raab“ nicht mehr aus dem Kanal Social Media herausholt. Dank des Hashtags #sdr kann man die Show mittlerweile via Twitter komplett verfolgen und muss nicht mal mehr den Fernseher einschalten – und das ist vermutlich nicht im Sinne der Macher. Sinnvoller wäre es, diesen „Schwarm“ an Zuschauern in die Sendung einzubinden und intelligent für die eigenen Zwecke zu nutzen

„Social Watcher“ aktivieren

Oft stellt sich die Frage, ob sich ein bestimmtes Format überhaupt für Social TV geeignet. Über viele Sendungen wird gesprochen – nicht über alle. Will man aber die Zuschauer, die mit dem Tablet oder Smartphone auf der Couch sitzen, sinnvoll aktivieren und sie im besten Fall zu positiven Multiplikatoren machen, dann muss man neben der eigentlichen Sendung weitere Inhalte bieten, die einen Mehrwert darstellen. In der Masse der Zuschauer, die einfach nur kommentieren um des Kommentierens Willen gibt es auch immer eine bestimme Anzahl an Personen, die tatsächlich konstruktiv bei der Sache sind und so – möglicherweise ganz unbewusst – Tipps und Hinweise zur Verbesserung eines TV Formats geben können.

Die RTL2 Sendung „Berlin Tag und Nacht“ hat nicht nur bewiesen, dass TV Formate sich mit sozialen Inhalten, zum Beispiel über eine Facebook Page, sinnvoll und nachhaltig kombinieren lassen. In diesem speziellen Fall brachte die Verknüpfung von TV und Social Media sogar den eigentlich Durchbruch der Sendung im Fernsehen. Zum Start von „Berlin Tag und Nacht“ lief das Format nämlich nur schleppend an. Erst die Facebook Page sorgte für so viel Aufmerksamkeit, dass die Sendung ein TV Erfolg wurde.

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Fazit

Social TV ist mehr als die bloße Einblendung eines Icons von Facebook, Google+ oder Twitter. Bei Social TV geht es darum, den Zuschauern die Möglichkeit zu geben, sich aktiv zu beteiligen. Wer den Traffic selbst ernten will, der sorgt für die passende Infrastruktur auf der eigenen Website. Wer sich informieren und lernen will, der macht Monitoring in sozialen Netzwerken. Eine Facebook Page kann helfen, eine nachhaltige und virale Community aufzubauen, die sich bei späteren Sendungen immer wieder aktivieren lässt.

Und indem man „Social Watcher“ zu Multiplikatoren und Produktbotschaftern macht erzeugt man eine Möglichkeit, kostenlos und wirklich glaubwürdig für sich werben zu lassen. Innovative Konzepte sind gefragt – wer heute nicht beginnt, sich mit dem Thema zu befassen, der wird in 10 Jahren Nachteile haben, die sich dann so leicht nicht mehr in Vorteile verwandeln lassen.

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