Trotz eines gesunden Wachstums der Online-Verkäufe in der aktuellen Weihnachtssaison droht dem Marktplatz Internet eine Vertrauenskrise. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Forrester Data.

Obwohl die Online-Umsätze im deutschen Weihnachtsgeschäft auf 3,9 Mrd. Euro stiegen und damit EU-weit einen Anteil von 29 Prozent erreichen, fürchten immer mehr Verbraucher aufgrund von Spam-Mails um die Sicherheit ihrer Daten. Die BSA warnt deshalb davor, auf die Angebote in unverlangt erhaltenen Werbe-Mails („Spam“) einzugehen.

Für die Studie „Verbraucher-Einstellung zu Spam in Deutschland” wurden in sechs Ländern – Brasilien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, den USA und Kanada – repräsentative Umfragen unter je 1.000 Internetnutzern durchgeführt. Sie wurden nach ihrer Einstellung zu Spam und zu Produkten, die sie durch Spam gekauft haben, befragt. Software ist dabei die am häufigsten über unverlangte Werbemails erstandene Ware.

Die Zahlen zur Entwicklung des Online-Geschäfts in der Weihnachtssaison entstammen der Forrester-Veröffentlichung „Europe’s Online Holiday Sales: Merrier Than Ever“ vom November 2004. Demnach legt das europäische Online-Weihnachtsgeschäft um 44 Prozent gegenüber den Vorjahr zu, und übertrifft mit einem Gesamtvolumen von 13 Mrd. Euro erstmals das der USA (10 Mrd. Euro).

Laut Forrester erhalten rund 90 Prozent aller deutschen Internetnutzer regelmäßig Spam-Offerten zu einer Vielzahl von Waren und Dienstleistungen. Software-Angebote werden dabei am ehesten gelesen: rund 32 Prozent der erhaltenen Mails werden geöffnet und studiert. Über ein Viertel aller Internetnutzer gibt an, bereits einmal Software auf diesem Weg gekauft zu haben, während der Anteil bei Finanz- und Erotikangeboten mit 12 Prozent wesentlich niedriger liegt.

Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass jeder Zweite durch den erhaltenen Spam Bedenken wegen seiner Datensicherheit hat. 47 Prozent befürchten die Weitergabe ihrer persönlichen Daten, 46 Prozent meiden Spam-Software-Angebote wegen der möglicherweise in den erstandenen Programmen enthaltenen Viren.

„Spam schadet dem Online-Marktplatz, indem er das Verbrauchervertrauen in diese neue Form des Handels schwächt“, erklärt Georg Herrnleben, Regionalmanager der BSA für Zentraleuropa. „Das Internet als solches droht seine dynamisierende Wirkung für die Wirtschaft zu verlieren, wenn Verbraucher sich aus berechtigter Sorge vor kriminellen Machenschaften zurückziehen.“