Wie relevant ist Werben im Internet aus Sicht der Werbebranche?

Im Jahr 2005 verfügte in Deutschland jeder zweite Einwohner ab 14 Jahren über die Möglichkeit, im Internet zu surfen. 2012 waren es bereits um 75%. Zugleich steigt die von den Nutzern effektiv im Internet verbrachte Zeit kontinuierlich an. Da ist es nicht verwunderlich, dass Werbetreibende zunehmend ihre Werbeetats zugunsten des Internets umschichten. Auf diese Entwicklung muss sich die Werbebranche einstellen.

Welche Werbeformen sind im Internet verbreitet?

Im World Wide Web verwischen die Abgrenzungen der klassischen Medien. Das geschriebene Wort und audiovisuelle Aufbereitungen von Inhalten verschmelzen zu einer neuen Darstellungsform. Zudem kennt das Internet spezifische Anforderungen, wie das Ranking in Suchmaschinenergebnissen.

Mit der Zeit haben sich diverse Werbeformen im Internet etabliert. Einige Beispiele sind:

  • E-Mail-Werbung
  • Layer und Pop-ups
  • Werbebanner
  • Suchmaschinenoptimierung (Verbesserung des Rankings in Suchmaschinen)
  • Guerilla-Marketing (Foren, Videoportale etc.)
  • In-Text-Werbung (Werbe-Layer beim Überfahren eines Stichworts)
  • kostenlose Werbespiele
  • usw.

Was für Anforderungen stellen diese Werbeformen an die Werbebranche?

Ein Großteil der internetspezifischen Werbeformen erfordern von der Werbebranche Personal, das über das technische Wissen verfügt, wie Standardtechniken des Internets funktionieren. Hier werden vor allem Programmierer und Mediengestalter benötigt. Zudem verschiebt sich der Schwerpunkt von der klassischen Werbung mehr zu Methoden der Öffentlichkeitsarbeit und Firmendarstellung.

Dazu gehören beispielsweise redaktionelle Beiträge in Foren und Blogs. Ein gut gemachter kleiner Videofilm in einem Videoportal, den die Nutzer freiwillig selbst weiterverbreiten, kann erfolgreicher sein als jede groß angelegte Kampagne mit Werbebannern.

Welche Probleme bereitet diese Entwicklung der Werbebranche?

Naheliegende Herausforderung für die Branche ist das Akquirieren kompetenter neuer Angestellter, die in gewissem Maße angestammte Mitarbeiter nicht nur ergänzen, sondern auch verdrängen werden. Zudem würfeln neue Vertriebswege das eingespielte Preisgefüge in der Werbebranche durcheinander. So ist beispielsweise die Gewinnmarge von Printaufträgen oftmals vertraglich oder mittels Provisionen an die produzierte Auflage gekoppelt.

Ähnliche Konditionen lassen sich bei Internetwerbung nur schwer durchsetzen und bedeuten real einen Umsatzeinbruch für die Branche. Und natürlich drängen, wie bei jeder neuen Entwicklung, neue Wettbewerber in den Markt. So sind einstmals branchenfremde Technologie-Unternehmen wie Google und Apple heute bedeutende Akteure im Werbemarkt.

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